Die Tasche

Warum mache ich das? Warum packe ich mir, kaum dass ich mal ein paar Tage unterwegs bin, sämtliche Aufgaben ein, die ich ewig schon erledigen wollte? Mein Testament, mein Fahrtenbuch, mein Brief an Andy Scheuer, mein Antrag auf Steuerbefreiung, meine Konzepte für neue Projekte, meine Botschaft an die Welt, von meiner Autobiografie und dem Entwurf für einen Jahrhundertroman mal ganz abgesehen. Alle diese Vorhaben schleppe ich also fluchend in einer bedeutungsschweren, schwarzen Tasche – mein tragbares, schlechtes Gewissen – auf Reisen von Ort zu Ort mit mir herum. All meine Freunde und Bekannten kennen sie und ein Besuch von mir ohne dieses Gepäckstück würde sie garantiert verstören. Am Ende meiner Reisen kehrte dieses Teil genau so wieder nach Hause zurück, wie es abgereist war, allein meine Armmuskulatur hatte sich verändert, sonst war der Inhalt völlig unberührt.

Vor Jahren hatte ich die Tasche mal versehentlich bei einem bayerischen Freund stehen lassen. Er schickte sie mir umgehend nach und legte mir als kleines Geschenk eine frische Laugenbrezel hinein, weil er wusste, dass die mir nur in Bayern schmeckt, die hiesigen Bäcker bei mir im Norden kriegen so einen Teig einfach nicht hin. Monate später habe ich die versteinerte Backware gefunden. Sie hängt nun als Zierde bei mir an der Eingangstür.

Bla-bla

Der Brandenburger kommt mit drei Sätzen durchs Leben, sagt Florian.
Der erste lautet: „Du sagst es.“ Der zweite: „Da ist was los.“ Der dritte: „Da kann man nix machen.“ Wunderbar.

Das erinnert mich an den von mir einst verehrten Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch, der mal gesagt hatte: „Der Niederrheiner weiß nix, kann aber überall mitreden.“ Eine Grundausstattung an Plattitüden erschien mir im Leben immer wichtig, um in den Niederungen des alltäglichen Gequatsches einen Eindruck von höflichem Interesse zu bewirken. Aufmerksame Beobachter würden schon an meinem leicht glasigen Blick, und wie ich mich am Kinn kratze, bemerken, dass ihre Worte meine Ohrengänge nur belüften, aber nicht den geringsten Kontakt zu meinem Hirn bekommen. Bestimmte Inhalte müssen nämlich bei mir eine Kontrollstelle passieren, in der entschieden wird, ob sie für mich interessant oder unwichtig sind. Dieser Punkt liegt bei mir im Innenohr, genau an der Abzweigung, wo das Schild mit den beiden Richtungspfeilen „Zum Hirn“ und „Ausgang“ drauf steht. Letztere werden quasi einfach nur durchgewunken.

Typische Ausgangsthemen sind für mich Krankheit und Gebrechen, Kirche, Pferde, Hefekulturen, Karl Lauterbach, Verwandtschaft, Rechte, Baumärkte, Stricknadeln, Aktienkurse, Rasenmäher, Hochbeete und Humor in Buchhandlungen. „Zum Hirn“ lasse ich hingegen freudig Anya Taylor-Joy, Katzen, Hunde, meine Söhne, Bierbraukunst, Topfkratzer, Zeichenkunst, Buntspechte, Kosmos, Geschichte, Musik, karierte Hemden, Frieden, Bäume, Freunde und Kartoffelsuppe mit Würstchen. Da kann man nix machen.

Stunden, Stühle, Maulwürfe

Sie hält mit dem Schnippeln der Möhre inne: „Irgendwas war doch am Wochenende?“ Er schaut sie verspannt an: „Kommt etwa jemand?“ „Nicht dass ich wüsste“, entgegnet sie. Er lockert sich. Einfach mal ein ganzes Wochenende einfach nur unrasiert und schlaff abhängen, keine Freunde, keine Verwandten, keine Nachbarn – null.

„Irgendwas war“, sie kann brutal hartnäckig sein wenn ihr was im Kopf herumgeht, ist sogar dazu fähig, ihn nachts mit „Hast du eigentlich den Typ von der Versicherung angerufen?“ zu wecken. Als Richter würde er einem Ehemann, der seine Frau gewürgt hat, mildernde Umstände zubilligen. Plötzlich schlägt sie mit der Hand auf den Küchentisch und ruft: „Ha! Ich hab´s! Am Sonntag werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt! Ich wusste doch, dass da was war.“ „Klasse“, antwortet er.

Klack – klack – klack – sie hackt emsig die Möhren in Scheiben. Gerade will sie sich eine in den Mund stecken, da meint sie: „Also, wie war das noch mal? Eine Stunde vor oder zurück?“ Das hat sie jetzt nicht gefragt, denkt er. Wie zu erwarten, sie lässt nicht locker: „Vor oder zurück?“ „Wie lange haben wir jetzt schon diese alljährliche Zeitumstellung?“, fragt er spitz. „Du musst jetzt nicht wieder deine blöden Kommentare abgeben“, bemerkt sie gereizt, „sag mir einfach ob vor oder zurück.“ „Zurück“, antwortet er. „Na siehste, geht doch.“

Sie hebt wieder das Gemüsemesser, stoppt, fragt noch mal nach: „Bist du sicher?“ Er holt tief Luft. „Im Frühjahr werden die Uhren eine Stunde vorgestellt, im Herbst wieder zurück. Also im Frühjahr stellen sie in den Straßencafés die Stühle raus, im Herbst wieder rein, so kannst du dir das gut merken.“

„Die stellen im Frühjahr die Stühle für eine Stunde raus? Wie blöd ist das denn?“ Er atmet schwer. „Okay, dann merke dir doch einfach, im Frühjahr verlierst du eine Stunde, im Herbst findest du sie wieder. Ist doch schön. Freue dich.“ „Ich soll einen ganzen Sommer nach meiner verlorenen Stunde suchen? Das soll ein schöner Gedanke sein?“ Er fängt an sich zu kratzen. „Mensch, meinetwegen stell dir einen Maulwurf in deinem Garten vor, im Frühjahr zieht er sich ins Erdreich zurück, im Herbst kommt er wieder raus.“ „Der soll Monate lang nicht mehr an die Oberfläche kommen? Der erstickt doch.“ „Denk doch was du willst!“. Er knallt die Tür hinter sich zu. „Wenn man schon mal deine Hilfe braucht!“, schreit sie ihm hinterher.

Miss you

Die jungen Männer von heute werden immer breiter. Das ist nur bedingt Veranlagung, in der Regel die Folge von schweißtreibendem Training, zumeist in Bodystudios, teils auch zuhause. Inspiriert wird unsere Jugend durch Schauspieler aus den USA, die so aufgepumpt sind, dass man den Eindruck hat, ihre Köpfe werden immer winziger und ihre Oberarme die neuen Oberschenkel. Dieser Trend liegt voll im männlichen Bedürfnis, Kraft und Stärke zu demonstrieren, eine naturgegebene Wesensart aus den Zeiten von Keule und Mammut. Außerhalb der Zweckmäßigkeit sich zu ernähren oder seine Frau zu beschützen, entlud sich solcherart aufgestaute Energie in der Menschheitsgeschichte gerne auch in dem Wunsch, nicht nur keinem Streit aus dem Wege zu gehen, sondern ihn vielmehr zu suchen. Die gängige Bezeichnung dafür ist „Krieg“. Einer dieser jungen Krieger stand gestern mit seiner Freundin vor mir in der Eisdiele. Während ich in seinem mächtigen Schulterschatten schon mal über die Wahl meiner Eissorten nachdachte, fiel mein Blick auf ein Tattoo auf seinem mächtigen Unterarm: „miss you mom, 1.1.2019“.

Fliegende Pfeile

Sportler/innen sind in der Regel durchtrainierte Athleten, muskulös und sehnig, kein Gramm Fett zu viel, Figuren wie aus Marmor geschlagen. Nur so sind sie in der Lage, ihre Leistungen abzurufen, Weltrekorde zu laufen, zu springen, zu fahren, zu fliegen, Tore zu schießen oder zu werfen. Aber es gibt eine Sportart, geboren im Mix von Tabakqualm und Bierschaum der englischen Pubs, in der es von hässlichen, fetten Männern nur so wimmelt. Große oder kleine Kerle mit Bierbäuchen, Doppelkinn oder Brille, mit Irokesenschnitt und Tattoos: Darts! Solche herrliche Typen stehen dann bei ihren Wettbewerben auf einer Bühne und werfen mit koketter Fingerhaltung und unfassbarer Präzision hochkonzentriert drei kleine Pfeile auf eine Scheibe – und das, obwohl in ihrem Rücken eine selig besoffene Masse von lustig kostümierten Zuschauern permanent lärmt und bei jedem gelungenen Wurf tobt und gröhlt. Ruft der glatzköpfige Sprecher, der direkt neben der Scheibe steht und blitzschnell die drei Würfe addiert, mit seiner vom Alkohol geschmirgelten Stimme die drei Supertreffer „One hundred and eiiiiiiiiiighty!“ in sein Mikrofon, dann rollt ein Orkan der Begeisterung durch die Menge. Letztes Wochenende war das Finale der Weltmeisterschaft, Preisgeld für den Gewinner: 500.000 Pfund! Erkämpft hat sie sich der Waliser Gerwyn Price, Ex-Rugbyspieler und Türsteher. Ich liebe Darts.

Teeträume

Die Masse von Produkten im Supermarkt macht mich immer ganz wirr. Ein Meer von bunten Tüten, Bechern, Schachteln, Dosen und Büchsen, meine Augen wissen gar nicht wo sie zuerst hinschauen sollen – und ich werde nervös. Das ist ganz schlimm, denn Nervosität geht bei mir mit Ungeduld einher, die wiederum macht mich reizbar – dann würde ich mir am liebsten selber aus dem Wege gehen. Heute stehe ich also in diesem Zustand bei EDEKA vor einer zwanzig Meter breiten Wand von Teesorten. Früher gab es drei Sorten Tee: Assam, Darjeeling, Kamille, heute gibt es gefühlte Tausend! Und wo bitteschön finde ich da nun in diesen „Denk-an-dich-Tee“, den mir Ina so empfohlen hatte? Nach fünf Minuten Suche brennen mir die Augen. Ich irre durch das Lebensmittel-Labyrinth und finde eine Verkäuferin. Sie führt mich freundlich zurück in die Teestraße und empfiehlt mir sanftmütig den „Komm-wieder-runter-Tee“. Der sei auch ihr Lieblingstee, meint sie. „Und wie finden Sie den?“, frage ich sie augenzwinkernd und tippe verwegen auf einen „Lustvoller-Abend-Tee“. Sie zeigt nur vergnügt auf einen „Machs-dir-selber-Tee“ und verschwindet. Ich muss lachen und gehe zur Kasse, dort lege ich als letztes Produkt den „Zahle-mit-Karte-Tee“ auf das Laufband und fühle mich deutlich besser.

Danke, Corona

Man mag über Corona noch so schlecht reden oder denken wie man will, aber Clara hat sich plötzlich in eine Katze verliebt, Lukas die Freude am Kochen entdeckt, Katharina malt abstrakte Acrylbilder, Felix ist ein begeisterter Schachspieler geworden, Mario hat seine alte Modelleisenbahn wieder in Betrieb genommen, Jens und Pia haben sich einen Schrebergarten gemietet und Eddy und Uli ein Baby gezeugt. Dass Kevin plötzlich mit dem Stricken angefangen hat und Tanja jetzt in einer Latino-Combo trommelt, hat alle schwer beeindruckt. Ich habe endlich begonnen meine Augen für all die Dinge zu öffnen, die mir unangenehm sind, die ich ständig verdränge oder aufschiebe, Plagen wie Verträge, Policen, Kosten, Rechnungen, Vermächtnisse, Versprechungen, Zusagen, Absagen – und habe gestaunt, was ich alles im Leben mal unterschrieben habe. Ich las alte Liebesbriefe und spürte Schamesröte darüber, was ich einst fühlte und schwor.

Ich habe meinen Kleiderschrank inspiziert und Berge von Klamotten entsorgt, die mir schon seit Jahren nicht mehr passen. Ich habe alte Bierkrüge, Pötte und beispiellosen Kitsch aus meinen Schränken und Regalen entfernt, der nur noch als Staubfänger fungierte und ihn in den Müll geworfen. Ich habe alte Fotos, Dias, Negative, Videos, Langspielplatten, CD´s und Musikkassetten gesichtet und bin dabei auf herrliche Gefühle aus tiefster Vergangenheit gestoßen. Bei der nächsten Epidemie will ich endlich Klavierspielen lernen.

Bob Ross

Er war ein schlanker, mittelgroßer Typ, trug einen Bart und eine Frisur wie Jimi Hendrix und stand immer vor einer Staffelei mit einer weißen Leinwand. Sein Name war Bob Ross. Er starb 1995. Man kann seine Filmchen heute noch im Netz bewundern. Da er Englisch sprach, verstanden ihn eher nur die angelsächsischen Zuschauer, was aber auch völlig egal war, denn der Klang seiner warmen, ruhigen Stimme stimmte jeden, egal welchen Geschlechtes und welcher Nationalität, darauf ein, die Angst vor einer weißen Leinwand für immer abzustreifen.

Dafür brauchte es nur eine Palette, Farben, Pinsel, Spachtel – und ein „Here we go!“ Bob, ein Großmeister der Landschaftsmalerei, begann sein Werk, getreu der malerischen Grundregel von Vordergrund und Hintergrund, zuerst von oben – und zwar mit dem Himmel. Dafür benutzte er einen Breitpinsel, solchen, wie ihn die Maler zum Streichen von Haustüren benutzen, erklärte fröhlich „Now a little bit blue for the sky“, und klatschte querrüber ein Blau auf die erschrockene Leinwand, die eher ein verzagtes Herangehen gewohnt war und mit so einem massiven Angriff nicht gerechnet hatte. Sodann drückte er einen Strang Weiß aus der Tube auf die Palette, schmierte sich davon etwas auf einen Spachtel und begann damit wunderschöne Wolken anzusetzen. Alles sah so spielerisch leicht aus, dass man sich fragte, warum man nicht längst selber auf die Idee gekommen war, in dieser lockeren Technik regelmäßig zur Entspannung Wolkenhimmel zu malen?

Mit dem angefeuchteten Breitpinsel fuhr er dann quer über seine gemalten Flächen und verlieh ihnen dadurch mehr und mehr wolkige Leichtigkeit. Unglaublich. Danach watschte er zackig den Pinsel – rechts – links – rechts – links – rechts – links – an der unteren Verstrebung seiner Staffelei ab, um ihm damit das Wasser aus den Haaren zu klopfen. Die Kameraeinstellung zeigte Bob in seinem blütenweißen, makellosen Hemd nur bis zum Gürtel, man konnte also nur vermuten, wie vollgesaut seine Hose und der Boden war.

„Here we go“ – schon entstanden aus anfänglich plumpen Zacken und Kanten, die er vorher hemmungslos mitten in den zarten, verletzlichen Himmel geschmiert hatte, plötzlich grandiose Bergmassive. Wahnsinn! Und wieder trug er auf diese Idylle mit dem Spachtel quer einen dreisten, fetten Streifen Dunkelblau auf. Wäre da nicht diese wohlige Stimme, die einem tiefstes Vertrauen in seine Malkunst vermittelte, man hätte sich sie Haare gerauft und gedacht: Oh my god, was tust du da, Unseliger? Aber der hässliche Balken entwickelte sich rasch zu einem kristallklaren Bergsee. Bob wusste genau was er tat, aber er war noch nicht fertig. Nun tupfte er virtuos mit einem Fächerpinsel („Totally crazy“) endemische Baumarten um das Seeufer, die er sich anschließend naturgetreu auf der Seeoberfläche spiegeln ließ. Genial! Ein paar Felsen obendrein, etwas Wiesen – und fertig war das amerikanische Nationalparkpanorama.

Figürliches, also schnüffelnde Grizzlys, malmende Elche oder jagende Ureinwohner, sah man auf Bobs Bildern eher nicht. Wie kitschig man seine Bilder auch finden mag, handwerklich sind sie grundsolide, eine Motivation für Millionen Menschen, Bilder zu malen – und ein glänzender Umsatz für die Malartikelhersteller. Letzte Woche erhielt ich eine Einladung meiner Nachbarin zu ihrer Vernissage „Blumen am Zierteich“. Immerhin.

Extremsportler

Ausgangspunkt und Start des Trails war Hamburg, die gesamte Tour betrug insgesamt 850 Kilometer quer durch Deutschland, mit den unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden. Eine echte Herausforderung für jeden Extremsportler.

Quer durch Felder, Wälder und Höhen verlief die Strecke, gelegentlich mal durch eine menschliche Siedlung, wo man seine Versorgung aufstocken, vor allem frisches Wasser bekommen konnte, was nötig war, um seinen durch Stress und Strapaze gezeichneten Körper die zwingend notwendige Flüssigkeit zuzuführen. Wichtig war, dass man im Zeitfenster blieb und an den jeweiligen Stationen an der Strecke auf die Durchsagen achtete, die oft wegen ausländischer Teilnehmer zweisprachig und oft schwer zu verstehen waren.

Der Veranstalter hatte sich noch andere Schikanen einfallen lassen und Treppenstufen und Tunnel eingebaut, manchmal einfach die Streckenführung oder Zeiten geändert, auch Hindernisse in den Weg gelegt. Auch die Toiletten waren teilweise schikanös verschlossen. Mit seinem Gepäck stieß man echt an seine körperlichen Grenzen und musste sich oft gegen Schmerz und Müdigkeit durchbeißen.

Immer wieder traf man auf andere, erschöpfte Teilnehmer, auch viele ältere, die sich erstaunlicherweise dieser Marter ausgesetzt hatten. Alle einte der Wunsch anzukommen. Weit über meine Idealzeit erreichte ich dann im ICE der Deutschen Bahn von Hamburg nach Regensburg gegen Mitternacht meinen Zielbahnhof. Ich war echt fertig.

Gratuliere!

Er öffnet die Tür und starrt mich noch völlig verschlafen an. „Mann, es ist kurz nach acht Uhr, wer bist du denn?“ Ich trete höflich aber energisch in seine Wohnung. „Junge, hier sieht´s ja aus“, sage ich und schiebe mit dem Fuß eine Socke zur Seite. Er gähnt und glotzt mich ungläubig an. „Du bist doch mein Facebookfreund“, sage ich feierlich, „und hast heute Geburtstag, oder ist das falsch?“ Er kratzt sich die Brust und grummelt „Ja, schon, aber….“. „Na, dann, herzlichen Glückwunsch“, jauchze ich und schließe ihn in meine Arme, „ich dachte, komm mal rechtzeitig, da freut er sich.“ „Hä?“, fragt er und kratzt sich seine Bartstoppeln. „Nicht kratzen, waschen“, bemerke ich vergnügt. Er brummt unverständlich. „Hilf Timo, heute seinen Geburtstag zu feiern, das stand heut morgen bei mir auf Facebook, mein lieber Freund. Und hier bin ich!“, rufe ich fröhlich. „Bitte?“, fragt er immer noch leicht verwirrt. Ich zeige auf meine Tasche. „Hab alles dabei“, sage ich, „Girlanden, Kerzen, Nudelsalat und ´ne leckere Nachspeise.“ „Ich wollte doch gar nicht feiern“, stammelt er. „Na, na, nicht so bescheiden“, sage ich und mache mich auf in Richtung Küche, „hab auch ´ne hübsche Tischdecke dabei.“