Aufgedeckt

Autor: Butschkow am 21.11.2019


Aufgedeckt

Ich lese heute: „Kostenexplosion bei der Sanierung der Kölner Oper und des Schauspielhauses“, die Rede ist von 841 Millionen. Mein Gott, die Elbphilharmonie kostete statt 120 Millionen letztlich auch 866 Millionen, vom Berliner Flughafen und dem Hauptbahnhof will ich gar nicht reden, von der Bankensanierung schon überhaupt nicht und von den immensen Kosten für die versaute Maut am allerwenigsten. Der Staat ist halt spendabel, er gibt eben gerne einen aus. Immer wenn der neidische Bundesrechnungshof seinen jährlichen Bericht über dubiose Steuergeldverschwendungen vorlegt, heben ihn die betroffenen Politiker fröhlich in die Kamera und hängen ihn sich dann zu Hause abreißfreundlich in ihr Klo. Für alle Angsthasen, die sich um den Staatssäckel Sorgen machen, hier die beruhigende Nachricht: letzte Woche war ein Prüfer des Finanzamtes bei Julius K. in seiner kleinen Hamburger Wohnung und stellte fest, dass er in seinem von ihm als „Arbeitsraum“ deklarierten 16 qm-Zimmer eine Schlafcouch zu stehen hat. Daraufhin wurde ihm dieser angebliche Arbeitsbereich als betriebliche Ausgabe aberkannt. Dank des wachen Einsatzes unserer staatlichen Finanzbehörde konnte auf diese Weise ein massiver Betrug aufgedeckt und großer Schaden von unserer Gesellschaft abgewehrt werden und somit das ersparte Geld der um seine würdige Realisierung kämpfenden Kölner Oper zugute kommen. Na bitte, geht doch.

Wow Wow!

Autor: Butschkow am 15.11.2019


Wow Wow

Wer kennt diesen Moment, wo man glaubt, man glaubt es nicht? Wo man froh ist, dass das Tragen von Schusswaffen wie im Wilden Westen verboten ist? Eigentlich tagtäglich ergeht es mir so, vorrangig im Straßenverkehr oder in Geschäften – oder im Wald. Dort stoße ich bei meinen selbstversunkenen Spaziergängen regelmäßig auf eine Spezies, die ich ganz besonders liebe: die Hundebesitzer. Damit wir uns richtig verstehen, ich liebe Hunde, ich hatte mal zwei, über dreißig Jahre. Von daher ist mir das Wesen des Hundes bestens vertraut, das der Hundehalter allerdings auch. Ich bin überzeugt, mindestens die Hälfte von ihnen hat einen an der Waffel. Und auf die treffe ich gefühlt ausschließlich. Zum speziellen Fall: Jeder hat eine Lieblingshose, z.B. eine die besonders gut sitzt und weiß ist. Wie meine. Und die man gerade frisch gewaschen hat. Und dann trifft man in dieser Hose an einem warmen Sommertag auf eine Frau, in deren Hand locker ein Hundeleine baumelt und die mit einem riesigen Berner Sennenhund um die Ecke kommt. Sie ruft noch schrill „Robert!!!“, da stürzt der verspielte 80-Pfünder auf mich zu und stempelt mir seine Tatzen auf die Hose. Sie fragt ihn laut und energisch: „Ja, sollst du das? Sollst du das?“ und stellt mir gegenüber fest: „Das macht er sonst nie.“ Ich kraule dem Täter seine buschigen Ohren und spreche ihn frei von Schuld. Sie allerdings verurteile ich zu lebenslänglich Leinenzwang. Solche Menschen dürfen einfach nicht frei herumlaufen.

BUTSCHKOW – eine zeichnerische Biografie

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Ich habs getan! Gegraben, gesucht, gefunden – und in 160 farbigen Seiten liebevoll und hart gebunden:
BUTSCHKOW – eine zeichnerische Biografie
Butschkow-Cartoons von 1962 – 2019. Inkl. einer kurzweiligen Schilderung meiner Karriere vom ersten Strich bis zum aktuellen Punkt. In limitierter Auflage gedruckt, für alle Fans und Freunde, die viel Spaß daran haben werden. Wie ich.
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Interview mit Kreuzfahrtautorin Brina Steins

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Überleben auf Kreuzfahrt ist nur einer der Buchtitel des Cartoonisten Peter Butschkow. Ich habe ihn bzw. seine Werke auf der Frankfurter Buchmesse 2019 eigentlich durch Zufall entdeckt, als ich die Cartoonisten-Wand vor der Halle 3 entdeckt hatte.
So nahm ich nach der Messe Kontakt zu ihm auf und fragte das Interview an, was Ihr im heutigen Blogbeitrag lesen könnt.

Lesen Sie hier das Interview...