Not-Lösung

Autor: Butschkow am 02.05.2020


Not-Lösung

Vor Jahren gab es mal eine Pandemiekonferenz unserer Regierung. Da saßen sie alle über den Prognosen internationaler Virologen, die vor einer zukünftigen Pandemie warnten, zusammen. „Wortmeldungen?“, fragte die Kanzlerin. Der Gesundheitsminister Herrmann Gröhe meldete sich: „Ich beantrage demzufolge mindestens 500 Millionen für Vorsorge.“ „Wofür, bitte?“, fragte die Kanzlerin. Der Minister antwortete: „Schutzmasken, Beatmungsgeräte...“ Der Verteidigungsminister lachte schallend. „500 Millionen für etwas, von dem noch keiner weiß, wie, wann und ob es kommt? Zu viel Apotheken-Umschauen gelesen, Kollege?“ Alle Minister stimmten grölend mit ein. Gröhe gab nicht auf: „Für einen anderen imaginären Feind, den Krieg, hauen Sie jährlich Milliarden raus, hochgerüsteter Herr Kollege, und bislang ist meines Wissens weit und breit keiner in Sicht.“ Unruhe im Saal. „Das ist was anderes!“, brüllt der Verteidigungsminister, „außerdem verdienen wir mit der Rüstung noch Geld, richtig Geld, Sie Brausetablette! Ihre albernen Masken und Beatmungsgeräte verstopfen doch nur unsere Lager.“ Die Kanzlerin nickt und klopft auf den Tisch. „Ruhe, meine Herren. Mein Kompromissvorschlag: Sie, Herr Gesundheitsminister, melden sich, wenn die Pandemie da ist.“ Die Kanzlerin in ihrer besonnenen Art fährt auf Sicht, sie weiß, wie man Probleme löst.

 

Februar 2020: Jens Spahn ruft bei der Kanzlerin an. „Frau Merkel, es ist so weit.“ „Bitte?“, fragt die Kanzlerin, die wirklich nicht alles wissen kann, was wo und wann so weit ist. „Die Pandemie ist da. Ich brauche jetzt 50 Millionen Atemschutzmasken und Tausend Beatmungsgeräte.“ Die Kanzlerin ruft sofort den Virologen Drosten in der Charité an. Der erläutert ihr fachkundig seine statistische „Annahme“, mit welchen Folgen sich der Virus entwickeln könnte. Keiner hat unsere Kanzlerin danach jemals so blass gesehen. „Dann bestellen sie sofort Atemschutzmasken und Beatmungsgeräte, aber zackig!“, schreit sie Spahn an. Der wird nun auch blass und stottert: „E-es gibt k-keine. Nirgendwo, nicht mal in China.“ Die Kanzlerin dreht ab: „Waaas sagen Sie da? Uns fliegt das Gesundheitssystem um die Ohren! Hunderttausende von Toten!! Wissen Sie, Mann, was das bedeutet? Das Volk steht auf und fragt, warum wir darauf nicht vorbereitet waren!? Wir können alle schon mal anfangen, unsere Schreibtische auszuräumen! Sie Spacken!“ Jens Spahn wird jetzt weiß. „Dann bleibt uns nur die Möglichkeit...“, wispert er. „Jawoll, Angst, Angst, Angst und noch mal Angst zu verbreiten“, entgegnete die Kanzlerin. „alle müssen zuhause bleiben und schlottern! Corona aus allen Rohren, auf allen Kanälen, in allen Medien, die Leute müssen sich voreinander so fürchten, dass sie sich nicht mal mehr trauen, einen Zeh aus der Wohnung zu schieben! Vor allem unsere geliebten Alten.“ Jens Spahn räuspert sich: „Ähm, wenn ich erwähnen darf, noch bis zum Februar gingen uns unsere Alten ziemlich am Arsch...“ „Raus jetzt, Spahn! Tun Sie was!“, fauchte die Kanzlerin. Und es kam wie es kam.

Und es geschah

Autor: Butschkow am 24.04.2020


Mann Frau

Gott, der Herr, hatte an diesem legendären Tag im großen Himmelssaal verkündet, er hätte da eine geile Idee. Es wurde gemurmelt und geraunt: „Na, da bin ich ja mal gespannt“ oder „Was hat er denn nun schon wieder?“ Gott erklärte, er habe ein Produkt entwickelt, dass sich selbstständig bewegen könne und über eine eigene Energieversorgung und ein Steuermodul verfügte. Es sollte in zwei Grundversionen auf den Markt kommen, Modell „Frau“ und Modell „Mann“. Auf die Frage, wie er denn auf diese ulkigen Namen gekommen sei, meinte Gott nur, die seien ihm eingefallen, als er nachts mal raus musste, Und dann sprach er von seiner grandiosen Idee, die beiden miteinander über eine sogenannte „künstliche Intelligenz“ kommunizieren zu lassen. Da war im Saal richtig was los. „Reicht denn da die Speicherkapazität?“, fragte einer, ein anderer meinte, die müssten dann auf jeden Fall kompatibel sein, da sei er aber sehr gespannt, wie Gott das hinkriegen wolle. Bis jetzt hätte mit ihm ja wohl alles geklappt, antwortete Gott erbost und verwies auf seine erfolgreichen Natur- und Tiermodelle und erntete dafür Applaus. Und dann kam er mit dem größten Knaller: „Unsere Modelle Frau und Mann besitzen die Fähigkeit, sich untereinander zu vermehren. Wir brauchen uns also um nichts mehr zu kümmern! Die Modelle produzieren sich quasi gegenseitig!“, rief er begeistert. Im Saal war der Teufel los. „Und wie soll das funktionieren?“, brüllte jemand. „Die ersten Versuche seien hoffnungsvoll verlaufen, so dass wir schon morgen in die Produktion gehen können“, antwortete Gott strahlend. „Kann man das mal sehen?“, kam die Frage. „Erst ab achtzehn“, antwortete Gott mit erhobenem Zeigefinger. Den Rest kennen wir ja.

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Interview mit Kreuzfahrtautorin Brina Steins

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Überleben auf Kreuzfahrt ist nur einer der Buchtitel des Cartoonisten Peter Butschkow. Ich habe ihn bzw. seine Werke auf der Frankfurter Buchmesse 2019 eigentlich durch Zufall entdeckt, als ich die Cartoonisten-Wand vor der Halle 3 entdeckt hatte.
So nahm ich nach der Messe Kontakt zu ihm auf und fragte das Interview an, was Ihr im heutigen Blogbeitrag lesen könnt.

Lesen Sie hier das Interview...