Butschkow´s Blog



Kabelsalat

Autor: Butschkow am 02.06.2019


technik

Ich will einfach nur auf die Bühne gehen, den Leuten meine Cartoons zeigen („Cartoon-Show“) und etwas Witziges, vielleicht auch Interessantes dazu sagen. Mehr nicht. Früher brauchte man dafür Dias, einen Diaprojektor und eine Leinwand, das war´s dann auch. Es klappte immer. Heute heißt der Diaprojektor „Beamer“ und die Dias „Dateien“, die man mittels eines Laptops über den Beamer auf eine weiße Fläche projiziert. Bis hier hin scheint es ein und dasselbe. Denkste. Nirgendwo schwitze ich mehr, als im Vorfeld bei der Probe mit der Technik und ihren Machthabern, auch „Haustechniker“ genannt, dem souveränen Hüter der Hauselektronik, Herrscher über Kabel und Systeme. Die heißen „Apple“ oder „Windows“ oder „VGA“ oder „HMI“ - oder AOK oder BGH oder KSK, was weiß ich - und die alle sollten irgendwie kompatibel sein. Zu diesem Zweck führe ich schlauerweise immer Adapterkabel bei mir, die ich auf kühle Nachfrage wie eine riesige Portion Makkaroni devot aus meinem Rucksack zaubere: „Bitte bedienen sie sich.“ An seiner mürrischen Miene ändert das nichts. Wie alle kundigen Fachleute erfüllt die technische Hilflosigkeit eines „Künstlers“ oder einer „Künstlerin“ ihn mit Abscheu, deren Beflissenheit verstärkt das eher. Nachdem alle Stecker ihre Eingänge gefunden und alle digitalen Befehle korrekt ausgeführt wurden, nachdem das Publikum schon an der Eingangstür rüttelt und der Künstler seinen Blutdruck leidlich unter Kontrolle hat, kann es endlich losgehen. Meistens wird es ein gelungener Abend, sogar dem Haustechniker zieht ein flüchtiges Lächeln übers Gesicht. Größeres Glück kann einem wohl nicht widerfahren.