Alles muss raus

Autor: Butschkow am 12.07.2019


Ziege

Auf unserer Nationalflagge sollten wir Deutschen eine Ziege abbilden, damit die ganze Welt weiß: Wir sind das Volk der notorischen Meckerer. Jammern und klagen, wimmern und zetern, das ist des Deutschen Lieblingspassion. Entweder finden wir es zu kalt oder zu warm, zu laut oder zu leise, zu schnell oder zu langsam, zu fett oder zu mager, zu salzig oder zu süß, zu kurz oder zu lang, zu links oder zu rechts – wir finden immer etwas, über das wir uns aufregen können Und das alles kübeln wir nun ins Internet, dem Kotz- und Mobbingpool unserer neuen, digitalen Welt. Die alte Regel, nach der das Böse den Menschen ungleich mehr interessiert als das Gute, kannten schon die Redaktionen der Zeitungen. Eine BILD-Zeitung mit dem fetten Titel „Merkel neckt Gatten!“ würde kein Mensch kaufen, „Clans terrorisieren Deutschland!“ allerdings schon. Wir fürchten und ärgern uns eindeutig lieber, als dass wir uns freuen und lachen, sehen lieber die Ratte im Keller als den Schmetterling auf der Blume. Das Negative schlägt das Positive, Gewalt schlägt Liebe, seit jeher. Wut war schon immer die Ursache aller Kriege, man hat den Nachbarn lieber mit Bomben als mit Blumen beworfen. Die Kirchen, eigentlich selbsternannte Heger von Liebe und Moral, haben dabei restlos versagt, haben lieber die Kanonen geweiht als sich vor ihren Lauf gebunden. Und so nun brechen im Internet alle Dämme, keine moralische Instanz, kein Idiotie-Filter hält sie mehr auf. Sie geben überall ihren Senf dazu, gerne auch extra-scharf, vergewaltigen Sinn und Sprache, verstecken sich hinter falschen Identitäten hetzen, verleumden und drohen unverhohlen mit Mord-und Totschlag – und ziehen es sogar durch. Es ist so gruselig wie in Walking Dead, wie blutäugige Zombies kriechen und krabbeln sie spastisch aus ihren faulen Löchern und breiten sich im Netz aus. Die Politik, die sich bislang dösend auf die altbackenen Regularien von Postgeheimnis und die Freiwillige Selbstkontrolle verließ, ist nun aufgewacht und versucht verzweifelt, diese geifernde Meute mit neuen Gesetzen wieder einzufangen, während Marc Zuckerberg schon wieder neue Hunde von der Leine lässt. Einen schönen, verfickten Tag wünsch ich.

Mau(er)soleum

Autor: Butschkow am 05.07.2019


blog

Da steht sie nun in Berlin, die Mauer in der Bernauerstraße. Jedenfalls ein kleiner Rest davon, quasi als Freilichtmuseum, als Erinnerung an die betongewordene Abgrenzung der Ideologien. Für einige japanische Touristen ist es sichtlich ein großer Spaß, sich vor schäbigen, besprühten Mauerwänden fotografieren zu lassen, für mich ist es die gruselige Erinnerung an meine Jugend in West-Berlin, an das Gefühl, von der DDR eingemauert worden zu sein. Im Unterschied zu ihren Bürgern konnten wir unsere Stadt aber durch die Transitkorridore verlassen, die Bürger der DDR wurden für diesen Versuch erschossen. Margot Honecker hat dazu später in einem Interview zum Thema Todesopfer an der Mauer sinngemäß gesagt: „Es hat sie doch keiner gezwungen, die DDR zu verlassen.“ An einer Gedenkwand sind die Fotos dieser Freiwilligen zu sehen, ihre Gebeine liegen irgendwo da drunter. Jetzt stellen sich Chinesen zum Gruppenfoto davor. Ich gehe gegenüber ins „Mauercafé“ und bestelle mir ein Stück Erdbeertorte. Gegen den schalen Geschmack in meinem Mund kommt sie nicht an.

BUTSCHKOW – eine zeichnerische Biografie

Buch | 62436989_2145476752242276_8.jpg

Ich habs getan! Gegraben, gesucht, gefunden – und in 160 farbigen Seiten liebevoll und hart gebunden:
BUTSCHKOW – eine zeichnerische Biografie
Butschkow-Cartoons von 1962 – 2019. Inkl. einer kurzweiligen Schilderung meiner Karriere vom ersten Strich bis zum aktuellen Punkt. In limitierter Auflage gedruckt, für alle Fans und Freunde, die viel Spaß daran haben werden. Wie ich.
Das Video bei Facebook

Zu beziehen für 20.- Euro, inkl. Porto und Verpackung – und einem Cartoonkartengeschenk (!) – auf Wunsch gern auch handsigniert, über p.butschkow@gmail.com oder per Facebook Nachricht:

1. Mir Bestellung mit Adresse schreiben.
2. Ich schicke Kontonummer.
3. Nach Bezahlung freudig das Werk erwarten.




Kaum zu glauben, aber bald ist 2020.

Kluge Menschen leben im Jetzt – und planen langfristig.
Für alle: Ab Juni rollt die neue Butschkow-Kalenderwelle,
hier an dieser Stelle!



Überleben im Garten von Peter Butschkow ist da!

Überleben im Garten | ueberleben_1.jpgÜberleben im Garten | ueberleben2_1.jpg

Pünktlich zum Frühlingsbeginn gibt es eine lustige Überlebenshilfe für alle Gründäumler!


Im Frühling ein Blütenmeer, im Sommer ein zweites Wohnzimmer – leider auch bei den Nachbarn – im Herbst ein Freiluft-Fitness-Center und im Winter außer Dienst.


Wie Sie und Ihre Pflanzen das ganze Jahr am besten Überleben, das zeigt Peter Butschkow mit seinen erdverbundenen, humorvollen Texten, einem Strauß bunter Cartoons, blumigen Gedichten und knackigen Rätseln.


Peter Butschkow ist ein echtes Berliner Urgewächs mit Sehnsucht nach ländlichem Sauerstoff. Im Jahr 1944 wurde er in Berlin gezüchtet und aufgezogen. Mittlerweile wohnt der Cartoonist und Autor im Norden Deutschlands, in einem Haus mit Garten und Nachbarn. Er versorgt seinen Rhododendron und seine Leser regelmäßig mit Wasser und gutem Humor.