Wurst mit frecher Schnauze

Autor: Butschkow am 01.01.2019


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Silvester auf Sylt. Auf der Strandpromenade in Westerland stehen Buden mit Eierpunsch, Glühwein, Weißwein, quasi allem, was lustig macht. Auch in Sachen fester Verköstigung gibt es reichliche Angebote. Ich entdecke einen Wagen mit Brat- und Wiener Würsten und stelle mich an. Der Typ hinter der Theke trägt traditionell Fischerhemd und huch - ein keckes Halstüchlein. Es ist kalt, aber er hat alle Hände voll zu tun – das wärmt. Neue Bratwürste auf den Grill legen, Pommes frittieren, Currywürste zerteilen und Pappschälchen mit all dem fetten Futter randvoll füllen. Er macht das nicht zum ersten Mal, seine Bewegungen sind fließend, seine Worte auch. Er quatscht während der Arbeit pausenlos, als hätte er seine besten Kumpels vor sich. „Und du?“, fragt er einen älteren Mann vor mir nach seinem Wunsch. „Bratwurst mit Brot“, antwortet der. Das Fischerhemd dreht sich abrupt um und zeigt auf das Schild hinter sich. „Was steht da?“, fragt er den Mann streng. „Bratwurst“, antwortet der leicht verstört. Eigentlich fehlte an seiner Antwort nur noch das „Herr Lehrer“. „Na, also“, sagt das Fischerhemd. Soll wohl heißen, da steht nichts von „Brot“ drauf. Letztendlich reicht er ihm dann doch zur Wurst ein halbiertes Brötchen. Ich verstehe nun gar nichts mehr, vermute aber, dass Fischhemd nur verdeutlichen wollte, dass in diesem Preis das Brot nicht verpflichtend enthalten ist, eher eine gütige Zugabe seinerseits. Aha. „Und du?“ fragt er nun die Frau vor mir. „Ein Paar Wiener Würstchen“, bestellt sie brav und ohne Brot, noch deutlich schwer eingeschüchtert von dem Fall zuvor. Sie bekommt zackig ihre Würstchen, bezahlt und beißt schon mal beim Weggehen herzhaft hinein. Hunger macht hektisch. Sie bleibt plötzlich unvermittelt stehen, schaut nachdenklich, dreht sich wieder um und kommt zurück. „Die Würstchen sind ja fast kalt“, sagt sie irritiert zum Fischerhemd. Das dreht sich wieder abrupt um, zeigt auf das Schild mit der Zeile „Ein Paar Wiener Würstchen“ und fragt: „Steht da heiß?“ Die Frau starrt ihn an und dreht sich sprachlos um. An einem der Stehtische steht eine Abfalltonne, da wirft sie ihre Würstchen hinein und geht. Ich könnte mir denken, einer ihrer guten Vorsätze fürs Neue Jahr ist, sich nicht mehr von einem unverschämt dreisten Wurstverkäufer alles gefallen zu lassen. Nur ein letztes Mal noch.


Schlagworte: butschkow, humor, blog

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Kaum zu glauben, aber bald ist 2020.

Kluge Menschen leben im Jetzt – und planen langfristig.
Für alle: Ab Juni rollt die neue Butschkow-Kalenderwelle,
hier an dieser Stelle!



Überleben im Garten von Peter Butschkow ist da!

Überleben im Garten | ueberleben_1.jpgÜberleben im Garten | ueberleben2_1.jpg

Pünktlich zum Frühlingsbeginn gibt es eine lustige Überlebenshilfe für alle Gründäumler!


Im Frühling ein Blütenmeer, im Sommer ein zweites Wohnzimmer – leider auch bei den Nachbarn – im Herbst ein Freiluft-Fitness-Center und im Winter außer Dienst.


Wie Sie und Ihre Pflanzen das ganze Jahr am besten Überleben, das zeigt Peter Butschkow mit seinen erdverbundenen, humorvollen Texten, einem Strauß bunter Cartoons, blumigen Gedichten und knackigen Rätseln.


Peter Butschkow ist ein echtes Berliner Urgewächs mit Sehnsucht nach ländlichem Sauerstoff. Im Jahr 1944 wurde er in Berlin gezüchtet und aufgezogen. Mittlerweile wohnt der Cartoonist und Autor im Norden Deutschlands, in einem Haus mit Garten und Nachbarn. Er versorgt seinen Rhododendron und seine Leser regelmäßig mit Wasser und gutem Humor.