Butschkow´s Blog



Jagdglück

Autor: Butschkow am 03.05.2019


Jagdglück

Es klingt, als würde ein Betonstein in meinen Postkasten plumpsen – ist aber nur das Wochenblatt mit den kiloschweren Werbebeilagen der handelsüblichen Einkaufsketten, prallvoll mit Sonderangeboten. Bislang habe ich diese Reklamebombe sofort ungelesen in die Tonne geschmissen, heute aber schaue ich mal rein, auf dem Titel eines Drogerieprospektes sind mir nämlich meine Lieblingsrasierklingen für ganze zwei Euro billiger aufgefallen. Das macht sogar mich geil, aber keineswegs so, dass ich gleich ohne Frühstück zu Müller hetze. Immer mit der Ruhe. Im Laufe des Nachmittags betrete ich dann locker die Filiale, begebe mich in die Abteilung „Männer“ und suche in einem Wald von Rasierklingen nach dem begehrten Schnäppchen. In diesem Moment eilt eine zackige Verkäuferin mit einem Handy am Ohr auf das Sortiment zu, sagt „Ja, es sind noch vier da“, greift dabei in das Regal, sagt „Gern, ich lege sie für Sie zur Seite“ und zieht alle Packungen der von mir begehrten Klingen aus dem Regal. Weg sind sie. Sekunden, bevor ich zugreifen konnte. Ich stehe völlig verdattert da und denke, das ist jetzt nicht passiert, oder? „Sind die jetzt etwa alle?“ rufe ich ihr verzweifelt hinterher.
„Wer zu spät kommt, den bestrafen die Schnelleren“, antwortet sie. Gefrustet schleiche ich zum Ausgang, da fällt mir ein Sonderangebot ins Auge: „Schuppenshampoo nur 3,95 Euro!“ Ich kaufe alle zwölf Flaschen und begebe mich unverzüglich zur Kasse. Gerade lege ich sie in meinen Rucksack, da stürzt ein aufgeregter Typ in den Laden. „Heute soll das Schuppenshampoo ein Euro billiger sein?“, hechelt er die Kassiererin an. „Zweiter Gang rechts, aber ich glaube der Herr eben hat...“ Da bin ich schon auf und davon.