Butschkow´s Blog



Blackout im Check-In

Autor: Butschkow am 03.06.2018


Noch nie habe ich meinen Namen über die Lautsprecheranlage eines Flughafens gehört: „Herr Peter Butschkow, bitte kommen Sie zum Check-In!“ Dorthin also, wo ich vor 15 Minuten alles Metallische an meinem Körper, inklusive Laptop, in eine Plastikschale legen musste. Und noch mal: „Herr Peter Butschkow, bitte kommen Sie...“ Ich werde ganz blass. Ohne Zweifel, sie meinen mich. Um Himmelswillen, was ist passiert? Was hab ich getan? Wer meiner Lieben hat sich was getan? Mein Kopfkino dreht durch. Ich bewege mich wackelig zum Check-In und spreche dort eine junge Frau in dunkelblauer Uniform an. „Meine Name ist Butschkow, Sie haben mich eben aufgerufen?“ „Ja, genau. Vermissen Sie was, Herr Butschkow?“ Ich stutze und grübele. Ich? Ich vermisse nichts, gar nichts. Vielleicht Schlaf, denn der ist bei mir vor dem Abreisetag immer sehr dürftig. „Beim besten Willen, nichts“, antworte ich also. Sie geht zu einem Schrank, öffnet die Tür, grinst mich an und holt – meinen Laptop raus. Schock! Ich traue meinen Augen nicht. Unfassbar. Ich hatte meinen Laptop mit allen wertvollen Daten nach dem Check-In doch tatsächlich in der Aufbewahrungsschale liegen lassen. Nachdem ich mich als Peter Butschkow ausgewiesen habe, gibt sie mir meinen Laptop wieder. „Ihr Name stand auf dem Desctop, deswegen wussten wir, dass es Ihrer ist.“ „Ganz vielen Dank“ sage ich noch benommen aber glücklich und stammele: „Kommt davon, wenn man nur vier Stunden geschlafen hat“. „Sie sind nicht der Einzige“, tröstet sie mich, „das erleben wir täglich ein paar Dutzend Mal. Wünsch Ihnen einen schönen Urlaub.“ „Den brauche ich wohl dringend“, brumme ich und trotte kopfschüttelnd davon. Meine Reisegefährtin fragt mich in brennender Neugierde: „Und? Und? Was war denn los?“ „War ´ne Verwechselung“ sage ich und bete, dass sie den Laptop unter meinem Hemd nicht bemerkt.