Gemetzel

Autor: Butschkow am 04.01.2019


Gemetzel

Meine ganze Familie will das, also will ich kein Spielverderber sein. An der großen Spielhalle steht „Indoor-Lasertag-Arena“, wir gehen hinein. Nach der Einweisung trage ich einen leuchtgelben Helm mit einem Empfänger und eine Laserkanone und bin mit meinen Mitspielern und der Hallenzentrale vernetzt. Zum Glück kennt mich hier keiner. Wir bilden zwei Gruppen: Mein Neffe, Großneffe und ich. Die Gegner: Mutter, Sohn und Nichte. Die Halle ist gespenstisch, diffus beleuchtet, verschieden farbige Stellwände machen sie zu einem Labyrinth, in dem man sich prima verstecken kann. Lichtreflexe und aggressive Musik sollen uns zusätzlich reizen und irritieren. Wir erhalten über Lautsprecher das „Go!“. Ich habe Herzklopfen und fühle mich wie ein Sechsjähriger beim Cowboy – und Indianerspiel. Mich packt das Spielfieber. Ich schleiche durch die Halle, kauere hinter Wänden, lauere hinter Ecken und krauche über den Boden. Ein erwachsener Mann mit silbernem Haar! Am Ende des Spieles habe ich meine ehrgeizige Nichte ein paar Dutzend Mal erschossen, mir mit meinem geliebten Sohn ein wildes Massaker geliefert und mit leergeschossenem Magazin in Ermangelung von Munition seine Mutter mit dem Gewehr traktiert. Sie ging mir immer schon auf die Nerven. Auf dem Nachhauseweg spüre ich Wohlsein. Muss mal zum Psychologen.

Wurst mit frecher Schnauze

Autor: Butschkow am 01.01.2019


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Silvester auf Sylt. Auf der Strandpromenade in Westerland stehen Buden mit Eierpunsch, Glühwein, Weißwein, quasi allem, was lustig macht. Auch in Sachen fester Verköstigung gibt es reichliche Angebote. Ich entdecke einen Wagen mit Brat- und Wiener Würsten und stelle mich an. Der Typ hinter der Theke trägt traditionell Fischerhemd und huch - ein keckes Halstüchlein. Es ist kalt, aber er hat alle Hände voll zu tun – das wärmt. Neue Bratwürste auf den Grill legen, Pommes frittieren, Currywürste zerteilen und Pappschälchen mit all dem fetten Futter randvoll füllen. Er macht das nicht zum ersten Mal, seine Bewegungen sind fließend, seine Worte auch. Er quatscht während der Arbeit pausenlos, als hätte er seine besten Kumpels vor sich. „Und du?“, fragt er einen älteren Mann vor mir nach seinem Wunsch. „Bratwurst mit Brot“, antwortet der. Das Fischerhemd dreht sich abrupt um und zeigt auf das Schild hinter sich. „Was steht da?“, fragt er den Mann streng. „Bratwurst“, antwortet der leicht verstört. Eigentlich fehlte an seiner Antwort nur noch das „Herr Lehrer“. „Na, also“, sagt das Fischerhemd. Soll wohl heißen, da steht nichts von „Brot“ drauf. Letztendlich reicht er ihm dann doch zur Wurst ein halbiertes Brötchen. Ich verstehe nun gar nichts mehr, vermute aber, dass Fischhemd nur verdeutlichen wollte, dass in diesem Preis das Brot nicht verpflichtend enthalten ist, eher eine gütige Zugabe seinerseits. Aha. „Und du?“ fragt er nun die Frau vor mir. „Ein Paar Wiener Würstchen“, bestellt sie brav und ohne Brot, noch deutlich schwer eingeschüchtert von dem Fall zuvor. Sie bekommt zackig ihre Würstchen, bezahlt und beißt schon mal beim Weggehen herzhaft hinein. Hunger macht hektisch. Sie bleibt plötzlich unvermittelt stehen, schaut nachdenklich, dreht sich wieder um und kommt zurück. „Die Würstchen sind ja fast kalt“, sagt sie irritiert zum Fischerhemd. Das dreht sich wieder abrupt um, zeigt auf das Schild mit der Zeile „Ein Paar Wiener Würstchen“ und fragt: „Steht da heiß?“ Die Frau starrt ihn an und dreht sich sprachlos um. An einem der Stehtische steht eine Abfalltonne, da wirft sie ihre Würstchen hinein und geht. Ich könnte mir denken, einer ihrer guten Vorsätze fürs Neue Jahr ist, sich nicht mehr von einem unverschämt dreisten Wurstverkäufer alles gefallen zu lassen. Nur ein letztes Mal noch.


Schlagworte: butschkow, humor, blog

Die neuen Kalender für 2019 sind da! Wer früh kauft, kann  besser planen!

Kalender 2019

























Die Plage mit der Suche nach einer Geburtstagsidee hat ein Ende!

Buch | 9783830335177.jpgWas geht ab | heisser-feger-kopie.jpg

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