Ohne Worte

Autor: Butschkow am 18.09.2018


Klar bin ich auch bei WhatsApp, will doch nicht von gestern sein, dafür ist morgen noch Zeit. Lange habe ich mich gesträubt. Aber als ich der Letzte in meinem Freundeskreis war, der nicht über WhatsApp kommunizierte, blieb mir nichts anderes übrig. Man will ja auf keinen Fall den Anschluss verpassen. So treibt man also leicht verstört im Strom der neuen Zeit, versucht sich noch verzweifelt an einer alten Telefonzelle festzuhalten, die aber steht längst im Museum. Ich merke langsam, wie ich mich in meiner Ausdrucksweise verändere. Längst bin ich dem üppigen Angebot an Emojis verfallen. Das sind diese Grafiken, Piktogramme, kleine Symbole für große Gefühlslagen oder sonstige Befindlichkeiten. Mutter aller Emojis ist das Smily, dieses runde, gelbe, unablässig lachende Gesicht, vermutlich von einem Chinesen kreiert, die ja sowieso weltweit digital ganz weit vorne sind. Nun, langsam schreibe ich überhaupt nicht mehr, sondern bediene mich hemmungslos im Sortiment der Emojis. Letzte Woche erreichte mich eine traurige Nachricht von einer guten Freundin, die ich mit einem wehmütigem Gesicht und einem Daumen nach unten beantwortete. Ich fand, damit war alles gesagt. Als Antwort erhielt ich einen Daumen nach oben und ein Glas Wein. Eindeutig eine Aufforderung, die düsteren Seiten des Lebens mal wieder beim Italiener zu besprechen. Also? Reicht doch, alles klar. Ich schickte als Zeichen meiner Freude fünf erhobene Daumen zurück und zusätzlich eine Pizza, einen Burger und eine Hühnerkeule. Soll heißen, essen können wir auch was. Sogleich bekam ich zehn erhobene Daumen ein gelbes Gesicht mit einem kleinen Herz, zehn rote Lippen – und am Ende einen Schweinekopf. Da fiel mir ein, Eva hatte damals immer zu mir gesagt, ich sei ein Ferkel. Frauen vergessen nicht. Freunde von mir meldeten sich letzte Woche über WhatsApp aus dem Urlaub. Nein, geschrieben haben sie nichts, aber Sonnenbrillen, Sonnenschirme, Cocktailgläser, Eis, Bier und Segelboote geschickt. Ich verstand alles: es ging ihnen gut. Gestern schickt mir mein zuständiger Finanzbeamter einen Geldsack mit einem Dollarzeichen drauf, einen erhobenen Finger und eine Wasserpistole. Soll heißen, meine vierteljährliche Vorauszahlung ist fällig. Logisch, dass ich diese Nachricht mit einer Reihe grünkotzender Gesichter beantwortet habe. Der Mann hat Humor, ich bekam als Antwort einen Wecker, eine Lupe und eine Deutschlandfahne. Gemeint war: „Es wird Zeit, sonst schaue ich mir das mal genauer an, unser Staat braucht Geld!“ Ich hab mich mit einem schwitzenden Gesicht demütig gefügt. Ach ja, und gestern hab ich meinem Hausarzt einen roten Ballon mit einem Fragezeichen geschickt. Ich meinte, ich habe Blähungen, was kann ich tun? Er verstand nicht. Ich erhielt stattdessen lauter Pokale, Orden und diverse Champagnerflaschen zurück, er hatte wohl gerade ein Golfturnier gewonnen. Ich hab daraufhin versucht, ihn mit einem Feuerwehrauto an seinen hippokratischen Eid zu erinnern, da war er aber wohl schon bei der Siegerehrung. Die Blähungen gingen dann von selber weg.

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Kalender 2019




Rezension in den Musenblättern...
„Machensemol s linge Ohr frei“

Peter Butschkow – „Rebecca, Roswitha und die wilden Siebziger“

von Frank Becker

Lese hier...


„Was geht’n im Alter so ab, Alter?“

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(von Tobias Schmidt)

Im Sommer 2017 berichtete uns Peter Butschkow so einiges aus seinem Leben und was ihn zu seinen im ganzen deutschsprachigen Raum bekannten Cartoons inspiriert. Damals hatte er gerade beim Deutschen Karikaturenpreis gewonnen, erzählte aber auch wie er 1965 am Schlagzeug seiner Band jenes Konzert der Rolling Stones 1965 in der Berliner Waldbühne eröffnete, welches nicht aus musikalischen Gründen, sondern ob der Zerstörungswut der Fans heute in den Geschichtsbüchern steht. Mehr lesen...

 

 

 























Die Plage mit der Suche nach einer Geburtstagsidee hat ein Ende!

Buch | 9783830335177.jpgWas geht ab | heisser-feger-kopie.jpg

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